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Historisches um das Haus Neustadt Nr. 4 Café Elbing

Im Jahre 1701 ließ Graf Friedrich Adolf für die erste Erweiterung der Stadt die mittelalterliche Stadtmauer auf der Südseite in Verlängerung der Langen Straße durchbrechen. Als erste Baumaßnahme wurde

1701-1704 ein schiffbarer von drei Schleusen regulierter Kanal erstellt, der von der Residenz zur herrschaftlichen Meierei Pöppinghausen „Am Büchenberg“ führte.

Von 1708-1719 baute Graf Friedrich Adolf an der mittleren Kanalschleuse für seine zweite Gemahlin Amelie von Solms den Witwensitz „Favorite“ oder auch „Friedamaldolphsburg“, heute die Musikhochschule. Als „Stukkertoren“ arbeiteten hier die Italiener Antonio Rossi und Michael Camminata, die auch die Stuckarbeiten im Haus Neustadt Nr. 4 ausführten.

Für die städtebauliche Verbindung zwischen Stadt und „Favorite“ erließ der Graf am 2. Mai 1708 ein besonderes Privileg für die Bebauung an der „Neustadt“. Den Bauwilligen wurde 20 Jahre Lastenfreiheit zugesichert. Die Bauplätze erhielten sie kostenlos und mit Baumaterialien ging man ihnen „nach Gelegenheit an die hand“. Sie bekamen dazu eigene Gerichtsbarkeit, Huderechte und gleiche Rechte wie die Altstadtbewohner.

Für diese Vorrechte mussten die Bürger festgelegte Baupläne einhalten, die für einen Taler vom„Gräflichen Baukommissarius“ zu erwarten waren. Gestalterisch sagen diese Pläne 10 zweigeschossige Reihenhäuser, mit je 5 Fensterachsen, unter einem gemeinsamen Mansarddach im Barockstil vor. Alle sollten äußerlich gleich sein. Anregung für dieses „Modell“ hatte Graf Friedrich Adolf aus Frankreich mitgebracht.

Ab Mitte des 19. Jh. Veränderte sich die strenge einheitliche Barockfassade. Am Hause Café Elbing wurde die alte Straßenfassade durch eine neue, „neoklassizistische“ Fassade mit Gesimselementen und einem Pultdach ersetzt.

An der westlichen Seite des Kanals ließ, Fürstin Pauline 1818 das Eckhaus (Paulinenstraße, Allee) im „klassizistischen“ Stil errichten. In den folgenden Jahren bis 1843 wurde die Häuserzeile an der Allee zweigeschossig mit Krüppelwalmdach vervollständigt.

Inmitten dieses historischen Ensembles aus Neustadt, Allee und dem Friedrichstaler Kanal, liebevoll von den Detmoldern auch als ihre „Kö“ bezeichnet, liegt Café Elbing.

Als Erbauer, sowohl des Hauses Hornsche Str. 1 „ Lippischer Hof“ als auch der Häuser Neustadt Nr. 2 und Nr.4 Café Elbing und Hornsche Straße Nr. 5 und 7 „Doppelhaus, ursprünglich Scheune“, lässt sich Kammerrat Gabriel Friedrich Kühnemann nachweisen. 1720 befreite Graf Friedrich Adolf eines der von Kühnemann „alle hier auf der Neustadt erbauten Häuser“ für alle Zeit von allen Abgaben.

Kühnemann hatte darum gebeten, obwohl sein erst erbautes Haus Neustadt Nr. 2 und 4 noch 14 Jahre und das Haus Hornsche Straße 1 noch 19 Jahre frei wären. Darüber hinaus erhielt Kühnemann 1721 noch ein Privileg zum freien Branntweinbrennen und -verkauf, wozu übrigens die Scheune Hornsche Str. 4 und 5 diente.

1722 fiel Kühnemann jedoch in Ungnade. Er wurde verhaftet. Ein langwieriger Prozess um seine Rechnungsführung folgte. In seiner Not vermietete er 1726 „seine zwey auff der Neustadt zu Detmold stehenden Häuser“ mit der großen Scheune und anderen Nebengebäuden und 1728 auch sein drittes am Hornschen Weg gelegenes Wohnhaus an Joseph Isaac. Nachdem es schließlich zu einem Vergleich zwischen dem Landesherrn und den Erben Kühnemann gekommen war, verkauften diese verkauften diese am 20. Juli 1734 die „uff der Neustadt belegene“ erstere Kühnemannsche Behausung Neustadt Nr. 2 mit der am Hornischen Wege belegenen Scheune Nr. 5 und 6, welche von Joseph Isaac „ bis anhero zur Tobacksfabrique gebrauchtet worden“, an den Kammerrat Petri.

Joseph Isaac focht aber den Verkauf an, da er selber Gelder in die Kühnemannschen Häuser gesteckt hatte. Der Ausgang des Prozesses ist aus der Akte allerdings nicht ersichtlich. Joseph Isaac, der 1733-1738 in Haft saß, konnte keine Belege vorlegen. Nach den späteren Quellen hielten sich aber Joseph Isaac und seine Erben im Besitz des Hauses Neustadt Nr. 4, während der Kammerrat Petri als Besitzer von Neustadt Nr. 2 und der Scheune Hornsche Str. 5 und 7 erscheint. Auf Petri ging das Privileg von 1720 über. Das Haus Hornsche Str.Nr.1 „Lippischer Hof“ schließlich erwarb der Kammerrat Both.

Die weiteren Besitzerfolgen für die Häuser der Neustadt ergeben sich aus den Rechnungen, die ab dem Jahr 1748 vorliegen. Dort sind unter Einnahme aus Kontribution die zahlungspflichtigen Hausbesitzer immer in der gleichen Reihenfolge Haus für Haus aufgeführt, so das durch Namenswechsel Besitzübergänge erkennbar werden.


Danach zahlten die Kontribution für das Haus Neustadt Nr.4:

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